Leitbild

Seelenpflaster setzt sich für die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen ein. Das Ziel ist es, dazu beizutragen, dass mehr Betroffene mit notwendiger Therapie versorgt werden. Hierzu dienen folgende Mittel:

  • Deckung der Therapiekosten bei sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen 

  • Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen durch Öffentlichkeitsarbeit

     

Im Hinblick auf die psychische Gesundheit ist das österreichische System mangelhaft: Entweder werden für psychotherapeutische und psychologische Behandlungen nur kleine Anteile der Kosten von der Krankenkasse refundiert oder Betroffene sind trotz akutem Leid mit unverhältnismäßig langen Wartezeiten für einen kassenfinanzierten Platz konfrontiert. Bei psychischen Erkrankungen gilt aber – wie auch bei körperlichen – eines als besonders zentral: eine im Krankheitsverlauf möglichst frühe Intervention ist ausschlaggebend für das Gelingen einer Genesung. Nur so haben betroffene Kinder und Jugendliche eine Chance auf ein gesundes Heranwachsen. (Vereinsstatuten 2020, Präambel)

Beinahe ein Viertel der österreichischen Kinder und Jugendlichen leidet an einer psychischen Erkrankung; ein Drittel war bereits einmal im bisherigen Lebensverlauf psychisch erkrankt (Wagner et al., 2017). Diesen erschreckend hohen Zahlen steht ein sehr geringer Anteil psychisch erkrankter Kinder, die eine Behandlung in Anspruch nehmen gegenüber: nur in etwa die Hälfte sucht entsprechendes Fachpersonal auf. 

 

Die Gründe hierfür liegen auf der Hand: 
 

  • Für einen Großteil der Familien in Österreich ist psychotherapeutische und psychologische Behandlung schlichtweg nicht leistbar. Im Regelfall einer wöchentlich stattfindenden Psychotherapie müssen die Eltern des betroffenen Kindes mit Kosten von durchschnittlich 350€ pro Monat rechnen. Bei einem Kassenzuschuss von 28€ pro Einheit bleiben der Familie monatliche Kosten von rund 240€. Die Alternative sind  unverhältnismäßig lange Wartezeiten. Warten auf einen Therapieplatz bedeutet meist ein Warten auf Verschlechterung der Symptome. Hinzu kommt, dass Behandlungsplätze bei Psychotherapeut*innen und Psycholog*innen, die auf das Kindes- und Jugendalter spezialisiert sind, meist nicht in ausreichendem Ausmaß gegeben sind. 
     

  • Psychische Erkrankungen sind mit einem hohen Stigma verbunden. Betroffene schämen sich für ihr Leid und dafür „in Therapie“ zu sein. In der Allgemeinbevölkerung, insbesondere im ländlichen Raum, ist nach wie vor wenig Verständnis für psychisch Erkrankte vorhanden. Depressionen beispielsweise werden häufig noch nicht als tatsächliche Erkrankungen angesehen, sondern etwa mit mangelnder Willensstärke in Verbindung gebracht. Diese und viele andere gesellschaftlich verbreitete Vorurteile tragen dazu bei, dass man als Betroffene*r die Auseinandersetzung mit einer eigenen psychischen Erkrankung lieber vermeiden möchte. 

 

Durch die Corona-Pandemie sind Kinder und Jugendliche sowie ihre Familien weiteren hohen Belastungen ausgesetzt. Erlebter Stress nimmt vor allem bei jenen Kindern zu, die auch vor der Pandemie bereits belastet waren (Ravens-Sieberer, 2020). Psychische Erkrankungen unter Kindern und Jugendlichen sind somit weiter auf dem Vormarsch.

 

Seelenpflaster hat sich dazu entschlossen, einen Beitrag dort zu leisten, wo das österreichische System versagt. Wir haben uns dazu entschlossen unsere Stimmen für die zu erheben, deren Stimmen sonst nur selten gehört werden. Wir haben uns dazu entschlossen, dort anzusetzen, wo es am meisten mangelt. Wir wollen finanzielle Unterstützung bereitstellen und wir wollen das Gespräch über „psychische Gesundheit“ zu einer Alltäglichkeit machen. 

 

Weil jedes Kind zählt.

Erfahre hier mehr über die Personen hinter Seelenpflaster. 

Hier kannst du unsere Vereinsstatuen lesen.