Leitbild

In unserem Leitbild erfährst du mehr zu den Hintergründen unserer Arbeit – zu den Gründen, warum wir uns, u.a. mithilfe des Therapiekostenersatzes, für die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen einsetzen. Wenn du dir nur einen schnellen Überblick über das zentrale Seelenpflaster Angebot verschaffen möchtest, klicke bitte hier

 

 

Seelenpflaster setzt sich für die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen ein. Unser Ziel ist es, dazu beizutragen, dass mehr Betroffene mit notwendiger Therapie versorgt werden. Um das zu erreichen, machen wir Folgendes:

·   Deckung der Therapiekosten bei sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen 

·   Öffentlichkeitsarbeit zur Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen 

 

Der folgende Auszug aus unseren Vereinsstatuten umreißt kurz, warum wir diese Arbeit für so wichtig halten:

 

Im Hinblick auf die psychische Gesundheit ist das österreichische System mangelhaft: Entweder werden für psychotherapeutische und psychologische Behandlungen nur kleine Anteile der Kosten von der Krankenkasse refundiert oder Betroffene sind trotz akutem Leid mit unverhältnismäßig langen Wartezeiten für einen kassenfinanzierten Platz konfrontiert. Bei psychischen Erkrankungen gilt aber – wie auch bei körperlichen – eines als besonders zentral: eine im Krankheitsverlauf möglichst frühe Intervention ist ausschlaggebend für das Gelingen einer Genesung. Nur so haben betroffene Kinder und Jugendliche eine Chance auf ein gesundes Heranwachsen. (Vereinsstatuten 2020, Präambel)

 

Durch die Corona-Pandemie hat sich die Lage von Kindern und Jugendlichen, die psychisch erkrankt sind, zusätzlich verschärft. Mehr als die Hälfte aller junger Menschen leiden laut aktueller Daten an deutlichen depressiven Symptomen, 16% geben sogar Suizidgedanken an (Pieh et al., 2021). Auch in anderen Bereichen zeigt sich dieses Bild einer sich stark verschlechternden psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Österreich. Gleichzeitig liegt die Zahl der kostenfreien kassenfinanzierten Psychotherapieplätze bei nur 1% (ÖGK). Das heißt, dass 1% der Versicherten eine kostenfreien Psychotherapie in Anspruch nehmen können. In den nächsten Jahren soll diese Zahl auf 1,23% erhöht werden, um dem steigenden Bedarf Rechnung zu tragen. Dass die Lücke, die bereits seit Jahrzehnten bestand, angesichts dieser Lage mehr und mehr zu einem massiven Krater wird, liegt auf der Hand. Die Alternative zur kassenfinanzierten Psychotherapie liegt in der selbstfinanzierten Behandlung bei einer/m Psychotherapeutin/en oder einer/m Klinischen Psychologin/en in freier Praxis. Bezahlen Familien die Kosten selbst, müssen sie mit Kosten von 400€ pro Monat rechnen. Kosten in dieser Höhe bedeuten für viele Familien, dass sie sich eine Behandlung der Erkrankung ihres Kindes schlichtweg nicht leisten können. 

 

Hinzu zur finanziellen Belastung kommt für betroffene Kinder, Jugendliche und ihre Familien eine soziale: „in Therapie“ oder „psychisch erkrankt“ zu sein geht für viele mit subjektiv erlebten Gefühlen der Scham und Schuld sowie mit etlichen negativ behaftete Vorurteilen einher. So bringen psychische Erkrankungen eine gesellschaftliche Stigmatisierung mit sich, die die Hürde sich professionelle Hilfe zu holen, zusätzlich erhöht. 

 

Aus all diesen Gründen hat sich Seelenpflaster dazu entschlossen, einen Beitrag dort zu leisten, wo das österreichische System versagt. Wir haben uns dazu entschlossen unsere Stimmen für die zu erheben, deren Stimmen sonst zu selten gehört werden. Wir haben uns dazu entschlossen, dort anzusetzen, wo es am meisten mangelt. Wir stellen finanzielle Unterstützung bereit und wollen das Gespräch über „psychische Gesundheit“ zu einer Alltäglichkeit machen. 

 

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